17. Juni 2009 15:12
Hallo Raichu (und alle anderen natürlich auch),
ich hab jetzt (endlich) mal die Zeit gefunden, die Geschichte durchzulesen und auch etwas dazu zu sagen.
Grundsätzlich klingt die Thematik sehr vielversprechend und mich würde da eine Fortsetzung von interessieren.
Allerdings habe ich da auch einige Kritik-/Verbesserungspunkte, die ich Dir gerne mitteilen würde.
Zum einen leidet die Geschichte unter einem leider sehr häufigen Problem: Sie wirkt nicht so, als ob sie vor der Veröffentlichung mehrfach gelesen worden wäre. Man findet den einen oder anderen Tippfehler, die Sätze wirken stellenweise sehr lang. Eventuell wäre es ganz hilfreich, die Sätze nicht nur in Gedanken, sondern auch wirklich einmal vorzulesen und dabei festzustellen, wo der Satzbau einfach zu verworren wird.
Darauf aufbauend finde ich die Geschichte etwas hektisch. Zwar mag das für Tracy auch etwas hektisch gewesen sein, aber in der Vergangenheitsform hat man ausreichend Ruhe, um auf einige Dinge näher einzugehen.
Als kleines Beispiel kann man sich den ersten Absatz, die Selbstvorstellung, vornehmen.
Raichu hat geschrieben:Ich bin Tracy und 14 Jahre alt, ich schaue für mein Leben gern Pokemon und wünsche mir manchmal einfach dort zu sein.
Denkst Du nicht, dass das etwas wenig ist? Du erklärst schon, dass Tracy sich in einer Welt befindet, in der es zumindest die Serie gibt - da könnte man auch ein wenig dazu kommentieren, wie sie zu dem Spiel steht, was sie sonst von dem Franchise hält, welches ihr Lieblingspokemon ist und warum... Sie hat keine Bedenken, ein Raichu an sich zu nehmen, da könnte sie ein wenig von der Pichu-Kette kleinauf erzählen. Sie könnte beschreiben, was ihre Mitschüler und Mitschülerinnen zum Thema Pokemon denken, ob sie nach außen hin versteckt, dass sie sich dafür interessiert, usw.
Zum Pokeball könnte man auch erheblich mehr schreiben. Sie findet ihn im Briefkasten - ohne jeglichen weiteren Hinweis. Vielleicht könnte da eine anonyme Notiz beiliegen, die ihr bestätigt, dass das echt ist. Sie könnte das für einen Scherz von fiesen Mitschülern halten. Wenn mir sowas in die Hände fallen würde, würde ich wohl auch fühlen, ob er sich warm anfühlt; ich würde versuchen, mit ihm zu reden; Ich würde mein Ohr an den Ball halten und horchen, ob irgendwelche Geräusche von innen nach außen dringen. Erst zuletzt würde ich die magischen Worte sagen, auf den richtigen Knopf drücken und ihn auf den Boden werfen - wie ich es in der Serie gesehen habe.
Natürlich wäre ich ganz gespannt, während der Nebel mich einhüllt. Ich weiß auch nicht, ob das so gut ist, dass man durch den Nebel gewirbelt wird - eine Alternative wäre, dass man stehen bleibt, aber erwartet, dass sich der Nebel lichtet, man wieder im Zimmer steht und auf einmal ein Pokemon da steht; und stattdessen lichtet sich der Nebel und man selbst ist ganz woanders. Zudem könnte es sich auch anfühlen, als würde man durch den Nebel in den Ball gezogen werden - quasi auf eine andere Seite des Balls.
Das Gespräch mit Professor Eich finde ich ebenfalls viel zu kurz. Du hast allen Platz der Welt, um eine Unterhaltung aufzuschreiben. Der Professor wird sicherlich kommentieren, dass Tracy älter als zehn aussieht (in der Pokemon-Welt bekommen doch die Kinder mit zehn ihr erstes Pokemon, oder?) und Tracy müsste das irgendwie erklären.
Sie könnte schon halb zur Tür wieder raus sein, als das Bildtelefon anspringt und das unbekannte Mädchen sich mit Professor Eich unterhält - zur Zeit sagt Eich zu dem Mädchen gar nichts, als Pokemon-Professor sollte er ein paar aufmunternde Worte für sie übrig haben; sie vielleicht ein wenig trösten, dass ein ausgewachsenes Raichu auch wirklich etwas schwer zu handhaben ist, bis er es dann an sich nimmt und verspricht, sich gut darum zu kümmern.
"Tracy? Ich weiß genau, dass Du noch da bist und mitgehört hast." Verlegen ging ich wieder zu ihm zurück. "Du hast ja schon mitbekommen, dass Raichu nicht gerade ein Anfängerpokemon ist." - "Ich möchte es haben.", unterbrach ich ihn schnell.
"Vor allem scheint es wirklich noch so wild zu sein", quasi als Bestätigung ließ Raichu einen gefährlich aussehenden Donnerschock in seine Richtung los - den er völlig ignorierte", "vielleicht ist das keine so gute Idee."
Ich sah zu dem Raichu hinüber und hatte tatsächlich ein wenig Angst, nicht mit ihm fertig zu werden. Aber das konnte ich mir nicht anmerken lassen - immerhin war ich schon älter als die meisten anderen Trainer in der Serie - und ich antwortete ihm selbstsicher: "Keine Sorge, ich schaff das schon."
Ich denke, Du verstehst, worauf ich hinaus will. Du musst durch die Geschichte nicht hetzen, gerade so Kleinigkeiten und Ausführungen machen die Geschichte interessanter und auch ein wenig "echter".
Ich muss zugeben, dass ich mir viele Pokemon-angelehnte Geschichten nicht gut durchlesen kann, aber Deine wirkt erstmal sehr interessant und ich würde gerne erfahren, wie sie weitergeht.
Grüße,
TCC